Matterhorn oder Ostsee: der Heiner war mit allem einverstanden!

Ganz nach seiner Art, ausgedehnte Motorradausflüge zu unternehmen: Die einzige Bedingung für den Heiner war, es sollte ein raumgreifender Flug werden und das Wetter sollte über das Routing entscheiden! Ausgearbeitet hatten wir für den geplanten Tagesausflug im Juni die beiden Alternativen „Alpen ums Matterhorn herum“ oder „Hoch nach Rügen und Peenemünde“. Petrus war’s an unserem Tag wohl nach Ostsee zumute, am Ende standen 8 Flugstunden mehr in Heiners Flugbuch und viele tolle Eindrücke und Erinnerungen waren im Reisegepäck.

Morgenstund hat Gold im Mund und der frühe Flieger erntet die schönsten Stimmungen! Schon kurz nach sechs startete die Katana auf dem Feuerstein in den unverbrauchten Morgen mit herrlichen Eindrücken von Nebelschwaden in den Niederungen und dem unverwechselbarem Lichterspiel der aufgehenden Sonne. Mit Kurs Nordost führte ein stetiger Steigflug auf FL 85 über den Thüringer Wald und vorbei an Leipzig über den dortigen Luftraum mit dankenswerter FIS-Unterstützung. Ein wunderschönes Bild gab uns die sich schlängelnde Elbe südlich Wittenberg, bevor die Katana in den langen Sinkflug zum Tankstop in EDAZ Schönhangen überging.

Potsdam mit dem berühmten preußischen Hohenzollern-Schloß Sanssouci und dem Blick auf die beeindruckende Berliner Skyline machten Appetit auf den zweiten Schenkel. Eine der unberührtesten Naturlandschaften ist sicherlich die Mecklenburgische Seenplatte; diese weitgehend nur dürftig besiedelte Landschaft südöstlich dem Müritzsee hat einen ganz eigenen Charakter und es kommt einem unwillkürlich der Gedanke: dort will man gerne mal zwei Wochen Urlaub machen zum „Entschleunigen“. Die ehemalige Erprobungsstelle Rechlin ist für militärhistorisch Interessierte ein absolutes Besuchs-Muss: die Hoch-Zeit der leistungsfähigsten Kolbentriebwerke wurde hier entwickelt und erprobt – wenn auch unter falschen politischen Vorzeichen!

Nördlich von Stralsund flog die D-EYES dann erstmals übers Wasser zur Umrundung der größten deutschen Insel Rügen. Vorbei an der nördlichsten Spitze „Cap Arkcona“ bot sich Heiner und Michael ein Postkartenmotiv auf die berühmten Kreidefelsen am Königsstuhl nördlich Sassnitz – das ist immer ein Gänsehautfeeling, an solchen Orten zu fliegen!

In Peenemünde war der zweite Zwischenstop geplant. Hier wurde Raketengeschichte geschrieben und das dortige Museeum gibt wertfrei Zeugnis von dem Treiben in der damals weltweit führenden Raketenschmiede von 1936 – 1945 mit so bekannten Namen wie Werher von Braun, dem Raketeningenieur schlechthin. Vom Flugplatz aus gehts gemütlich und eben mit dem Fahrrad gut 2 km in die Stadt, der Fisch am Hafen schmeckt wirklich lecker.

Ein wenig Ausland darf’s schon auch sein für die fliegerische Weiterbildung! Einen Abstecher nach Polen haben wir kurzerhand beschlossen und dank offener Grenzen ist das mit FIS Gdansk Information auch spontan hervorragend zu machen. Über die CTR Heringsdorf führte der Kurs südost nach Stettin an der Odermündung. Etwas westlich eines ausgedehnten Sperrgebietes ging das Routing nach Süden, wo die Katana in Frankfurt (Oder) wieder deutschen Luftraum unter dem Flügel hatte. Übrigens: dem Heiner hat der kurze Auslandsflug mit dem ganzen Procedere und Gefunke so viel Interesse geschürt, dass er sich kurzerhand zu einem BZF I – Crashkurs angemeldet hat! Hilfe zur Selbsthilfe….

Über Cottbus und vorbei an Dresden flog die Katana EDCJ Chemnitz-Jahnsdorf als letzten Tankstop an. Das fehlende Café am Flugplatz wurde durch einen freundlichen Flugleiter kompensiert, der sich um das leibliche Wohl und den Kaffeedurst der Besatzung vorbildlich gekümmert hat! Keine Sorge: wir sagen das gerne weiter, so viel Dienst am Kunden muss Verbreitung finden!

Die sich gen Westen senkende Sonne bot auf der letzten Tagesetappe wieder einige optische Leckereien. Weil die Katana besser als geplant unterwegs war, wurde ab Hof  ein kurzer Rechtsschlenker eingelegt und der Thüringer Wald auf seinem Hauptkamm bis Suhl hochgeflogen, um dann vollends via Coburg wieder oberfränkisches Hoheitsgebiet zu befliegen, die Landung erfolgte mit genügend Zeitreserve glatt auf dem Feuerstein.

Der AusFlug war für den Heiner die attraktivste Art, die Stunden für die Verlängerung der Klassenberechtigung zu fliegen. Gemeinsam macht es erstens noch mehr Freude und die Arbeit kann gut aufgeteilt werden, sodass auch bei einem langen Flugtag mit genügend Pausen die nötige Frische und Aufmerksamkeit erhalten bleibt. Die Landschaften in MeckPom und der Ostsee sind wirklich sehr reizvoll mit dem Prädikat: zur fliegerischen Nachahmung empfohlen!